Bücher zu
verschiedenen Themen



 

Monatszitate 2016:
Vogtländer übers Vogtland und dessen Bewohner

Auswahl aus der Büchersammlung im J.-Mosen-Zimmer im Bürgerhaus Marieney
Erscheinungsjahr 2013
zusammengestellt von Dr. F. Spitzner
 



JANUAR

»Is Vuegtland is e Märchenland
is blueß noch net sue oarg bekannt
wie Spreewald oder Sächsisch Schweiz
und doch hots saan besonnern Reiz.«

Quelle:

Eberhard Navratil in
»Sings miet is Elsterlied«
(S. 97)





FEBRUAR

»Der vogtländische Charakter, so Louis Bein Ende des 19. Jahrhunderts, entspringe dem Bild der Landschaft und sei geprägt durch »Arbeitsamkeit, Ausdauer, Bedürfnislosigkeit und eine mit Redlichkeit gepaarte Naturwüchsigkeit.«

Quelle:

Enno Bünz, Sönke Friedreich,
Christian Ranacher,
Lutz Vogel in
»Kulturlandschaften Sachsens Vogtland«

(S. 172)





MÄRZ

»Schon vor Jahrhunderten durchzogen Fuhrleute auf bedeutenden alten Handelswegen
das Vogtland ... Nach der deutschen Wiedervereinigung setzte eine umfangreiche Bautätigkeit vor allem im Bereich der Verkehrswege ein ... Unzählige Umgehungsstraßen wurden neu erschaffen und der Ausbau vorhandener Straßen vorangetrieben.«

Quelle:

Marcus Köhler, Rebecca Baumgärtel in
»Vergessene Wege im Vogtland«

(S. 5)





APRIL

»Die zwei bedeutendsten Flüsse des Vogtlandes, die Weiße Elster und die vor Greiz in sie einmündende Göltzsch durchfließen als schmale Ströme die malerische Landschaft. Alle paar Jahrzehnte verwandeln sich die idyllischen Gewässer jedoch in reißende Flüsse, ... Die beiden prägendsten Hochwasser erlebten die Vogtländer nach tagelangen heftigen Regenfällen in den Jahren 1954 und 2013.«

Quelle:

Gero Fehlhauer in
»Hochwasser im Vogtland 1954 und 2013«

(Rückseite)





MAI

»Max Hölz - Kommunist, Anarchist, Gründer einer vogtländischen Arbeiter- und Bauernwehr.
Zusammengeschlagen von der SA, geflüchtet in die Sowjetunion, dort ersäuft von der GPU.
Ein deutsches Schicksal eben.«

Quelle:

Jörg M. Pönnighaus in
»Skizzen einer Zeit - Gedichte«

(S. 74)





JUNI

»Natürlich bestimmte das politische System der DDR auch die Entwicklungsrichtung unseres Heimatortes, wenngleich nicht abgestritten werden kann, dass selbst in dieser Zeit die Sohler ihre eigene Geschichte lebten. Freilich nicht aus freien Stücken und nicht unter selbst gewählten Umständen, sondern unter den unmittelbar gegebenen und vorgefundenen.«

Quelle:

Siegfried Schönherr in
»Sohl - Ein vogtländisches Dorf«

(S. 10)





JULI

»Spitze ist wieder ganz in Mode! Eine fast vergessene und glücklicherweise wiederentdeckte Spitzentechnik - die Margaretenspitze - bereichert das Handarbeitsangebot mit sehr originellen, kreativen Arbeiten ... Im Laufe der Jahrzehnte fand diese schöne Technik viele Anhänger. Je nach Garnstärke erhält man sehr filigrane, zarte Spitzen oder kräftige, robuste Stücke. Es sind geometrische, florale und figürliche Muster möglich.«

Quelle:

Heike Becker in
»Margaretenspitze«

(S. 2)





AUGUST

»Es soll ein 'Urlaub zum Abhängen' werden. ... Sie stürzt dummerweise vom Rad und erleidet danach einen Schlaganfall. ... Und nun? ... Der Schlag stülpt gewissermaßen seine hässlichen Handicaps über, die da wären: Hinderungen beim Gehen, Sprechen, Sehen ... Man frage mich aber lieber nicht nach meiner Meinung über die superperfekten Leute, die das zweifellose Glück haben, gesund zu sein, und auf andere herabschauen, die es nicht sind, als ob es deren Schuld wäre.«

weitere Informationen zu Buch/Autorin:
hierher oder aufs Buch klicken

Quelle:

Katrin Schwarz in
»Plötzlich ist alles anders«

(Rückseite, S. 2 u.a.)





SEPTEMBER

»Marie (Abitur in Plauen, will zum Theater) übt sprechen, die deutsche Hochsprache, Hochdeutsch. ... Das vogtländische A stellt sich besonders stur. Marie versucht, es mit allen möglichen Übungen und Tricks nach vorn zu locken, es will nicht. ... Marie übt und übt. Sie erzieht sich die Sprache der Mutter, die Muttersprache ab.«

Quelle:

Reglindis Rauca in
»Fatzvogel«

(S. 102)





OKTOBER

»Natürlich kannte ich Klingenthal aus dem Fernsehen, vor allem die Aschbergschanze, die von den Einheimischen und Athleten liebevoll »Asch« genannt wurde ...
Als 1959 die Große Aschbergschanze eingeweiht wurde, pilgerten über 70 000 Menschen ins enge Steinbachtal, um die Helden der Lüfte zu bewundern.«

Quelle:

Sven Hannawald in
»Mein Höhenflug, mein Absturz, meine Landung im Leben«

(S. 57, 58)





NOVEMBER

»In der Stille reden die Bäume, kommen meine Erinnerungen. Hinter der Stille leben die Seelen und erwachen meine Toten. Mit der Stille wächst Frieden, entsteht das Gefühl großen Glückes. Denn die Stille ist eine Brücke; meine Brücke. Wohin?«

Quelle:

Elfriede Voigt in
»Die Brücke«

(S. 5)





DEZEMBER

»Nun, das Jahr hat ja zweiundfünfzig Wochenenden. In meinem Buch habe ich jedem Monat allerdings immer nur jeweils vier Rezepte zugeordnet. ...
Außerdem darf hin und wieder die eigene Küche auch ganz kalt bleiben. Gönnen Sie sich dann eine Bewirtung in unserer schönen vogtländischen Gastronomie.«

Quelle:

Ditter Stein zu
»Hauptsach gut gessen«

Vogtland Anzeiger 2013



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Angaben zu den Büchern

Navratil, Eberhard
»Sings miet is Elsterlied«


Taschenbuch mit 133 Seiten
Verlag: concepcion Seidel
Hammerbrücke (2013)
ISBN: 978-3-8671-6096-4

weitere Bücher:

      

Enno Bünz, Sönke Friedreich,
Christian Ranacher, Lutz Vogel
»Kulturlandschaften Sachsens Vogtland«


Taschenbuch mit 224 Seiten
Verlag: Edition Leipzig
Leipzig (2013)
ISBN: 978-3-3610-0680-5

Slawische Siedler, die Vögte von Weida und die Wettiner prägten die Geschichte des Vogtlandes seit dem Mittelalter. Im 19. Jahrhundert wurde das Sächsische Vogtland zu einem bedeutenden Industriestandort. Nicht nur Plauener Spitze machte die Region weltweit bekannt. Mit der deutschen Wiedervereinigung ist das Vogtland erneut in die Mitte Europas gerückt und durch seine idyllischen Landschaften überregional bekannt geworden. Das Buch stellt diese vor und macht zudem deutlich, dass das Vogtland nicht nur eine vielgestaltige Natur-, sondern auch eine reizvolle Kulturlandschaft ist.

Marcus Köhler (Autor)
Rebecca Baumgärtel (Fotografin)
»Vergessene Wege im Vogtland«


Gebundene Ausgabe mit 74 Seiten
Verlag: winterwork (2013)
ISBN: 978-3-8646-8381-7

Schon vor Jahrhunderten durchzogen Fuhrleute auf bedeutenden alten Handelswegen das Vogtland. Reste dieser Handels- und Poststraßen sind erhalten geblieben und durch die Postsäulen des Vogtländers Adam Friedrich Zürner stellenweise noch gut zu erkennen. Diese Straßen veränderten sich im Lauf der Zeit nur unwesentlich. Erst im neunzehnten Jahrhundert wurden durch den Eisenbahnbau neue Verkehrswege geschaffen. ... Viele Wege genügten den Anforderungen nicht mehr, wurden ausgebaut oder gleich mit verändertem Verlauf neu verlegt. Der Autobahnbau machte auch vor dem Vogtland nicht Halt und brachte weitere Veränderungen mit sich. Vergessene Wege im Vogtland soll an ehemalige Straßen und Verkehrswege erinnern, die von unseren Vorfahren oder uns selbst noch rege genutzt wurden, durch die Veränderungen der vergangenen Jahre und Jahrhunderte aber schon fast in Vergessenheit geraten sind.

Fehlhauer, Gero
»Hochwasser im Vogtland
1954 und 2013«


Verlag: Sutton Verlag (2013)
ISBN: 978-3-9540-0303-7
Gebundene Ausgabe mit 96 Seiten

Die zwei bedeutendsten Flüsse des Vogtlandes, die Weiße Elster und die vor Greiz in sie einmündende Göltzsch, durchfließen als schmale Ströme die malerische Landschaft. Alle paar Jahrzehnte verwandeln sich die idyllischen Gewässer jedoch in reißende Flüsse, treten weit über ihre Ufer und überschwemmen meterhoch Felder, Straßen und Häuser. Die beiden prägendsten Hochwasser erlebten die Vogtländer nach tagelangen heftigen Regenfällen in den Jahren 1954 und 2013. Von Adorf bis Gera und von Rodewisch bis Greiz stapelten Feuerwehrleute und Anwohner vereint Sandsäcke und verstärkten Dämme. ... Kenntnisreich dokumentiert, zeigen sie auf eindringliche Weise die Auswirkungen der beiden großen Fluten ebenso wie den Zusammenhalt der Vogtländer während der Zeit der Hochwasser.

Pönnighaus, Jörg M.
»Skizzen einer Zeit - Gedichte«


Verlag: ATHENA-Verlag, Oberhausen (2013)
ISBN: 978-3-8989-6523-1

Jörg M. Pönnighaus begegnet in seinen Gedichten Krankheit, Alter und Tod auf eine sehr berührende, aber auch verstörende Art und Weise. Berührend sind die in Lyrik gefassten Gespräche zwischen Arzt und Patient, da bei aller vordergründig lapidar scheinenden Betrachtung so viel an Anteilnahme, Fürsorge und Betroffenheit durchscheint, dass sich der Leser gar nicht entziehen kann. Verstörend wirkt auf den ersten Blick der oft humorvolle, manchmal fast sarkastisch klingende Unterton angesichts all dieser Fassungslosigkeit. Aber gerade durch diese Brechung gelingt es auf wunderbare Weise diese traurigen Geschichten ins Positive zu wenden, Hoffnung zu geben, ja Glück zu empfinden. Und auch in den Texten um das Erleben jenseits der Arbeit zeigt sich diese Polarität: Glück, das in Begegnungen mit der Natur, in Erinnerungen, im Du so tief und dankbar empfunden werden kann, gerade weil die Möglichkeiten des Verlustes allgegenwärtig sind.

Schönherr, Siegfried
»Sohl - Ein vogtländisches Dorf«


Verlag: Eigenverlag, Dresden (2013)
Ortsgeschichte, Bd. III

Lieferbare heimatgeschichtliche Literatur von S. Schönherr:

Schwarzenbrunn. Eindrücke, Erinnerungen, Geschichten, Dresden 2009, 141 S., Eigenverlag, Dresden 2011

Schwarzenbrunn, Teil 2, Erinnerungen, Geschichtliches, Zeugnisse, Eigenverlag, Dresden 2010

Sohl. Ein vogtländisches Dorf, Beiträge zur Ortsgeschichte, Bd. I, von den Anfängen bis 1932, Eigenverlag, Dresden 2011,

Sohl. Ein vogtländisches Dorf, Beiträge zur Ortsgeschichte, Bd. II, von 1933 bis 1949, Eigenverlag, Dresden 2012,

Sohl. Beiträge zur Ortsgeschichte, Bd. III, von 1949 bis 1990, Eigenverlag, Dresden 2013

S. Schönherr, G. Dunger: Die Lazarettstadt Bad Elster. Kriegsvorbereitung, Krieg, Kriegsende, Eigenverlag, Dresden 2014, 252 S.

Schwarz, Katrin
»Plötzlich ist alles anders«


Verlag: Books on Demand
Norderstedt 2012
ISBN: 978-3-8482-3299-4

Was ist eigentlich, wenn ein Urlaub plötzlich eine völlig unerwartete Wendung nimmt? Zehn Tage Erholungsurlaub, und alles ist zunächst klar. Doch an einem der ersten Tage machen die beiden eine Fahrradtour und sie stürzt dummerweise vom Rad und erleidet danach einen Schlaganfall. Zum Glück überlebt sie ihn - aber wie? Sie muss operiert werden, im Ausland. Danach können die beiden nach Deutschland zurückkehren, allerdings nicht sofort. Nach einem Krankenhaus- und REHA-Aufenthalt kann sie endlich wieder nach Hause. Diese realen Vorfälle werden aus zwei Sichten dargestellt, sowohl aus ihrer als auch aus der Sicht des Ehemannes, der sich durch Tagebucheintragungen während dieser schlimmen Ereignisse etwas entlastet. Und nun? Vieles ist anders als vorher. Körperliche Behinderung, Ängste über die ungewisse Zukunft stellen die Partnerschaft sowie die Familie enorm auf die Probe. Zwangsläufig musste nicht nur sie selbst Ansichten und Lebensgewohnheiten ändern. Trotz dieser ernsten Lage oder gerade deswegen betrachtet sie viele Dinge mit Humor, was ihr bei der Bewältigung der Geschehnisse ungemein hilft.

Rauca, Reglindis
»Fatzvogel«


Verlag: Mitteldeutscher Verlag
Halle 2013
ISBN: 978-3-9546-2126-2

Die DDR liegt in den letzten Zügen und für die eigenwillige Marie ist es schwer, ihren Platz zu finden. Als Hilfspflegerin in einer »geschlossenen Anstalt« bei Dresden, die halb Irrenanstalt, halb Pflegeheim ist, hat sie mit fundamentalen Christen, darunter eifrige IMs, und ausbruchswilligen Insassen zu tun. Daneben quält sie das Wissen über ihren Großvater, der unter Hitler ein Massenmörder war. So bleibt ihr oft nur die Flucht in die Dresdner Kulturszene. Doch dann erlebt sie in der Wendezeit, als sie an der Ost-Berliner Schauspielschule ihren Traumjob studiert, unglaubliche Dinge. Nach ihrem aufsehenerregenden Erstling »Vuchelbeerbaamland« erzählt Rauca in ihrem neuen Roman von der konfliktreichen Suche einer jungen, unangepassten, lebenshungrigen Frau nach Glück, Liebe und Identität.

Hannawald, Sven
»Mein Höhenflug, mein Absturz, meine Landung im Leben«


Verlag: Verlag Zabert Sandmann, 2013
ISBN: 978-3-8988-3387-5

Mit Siegen in allen vier Wettkämpfen der Vierschanzentournee wurde Sven Hannawald 2001/2002 zur Sportlegende - bis heute hat ihm das keiner nachgemacht. Doch das Ausnahmetalent konnte dem Leistungsdruck eines Spitzensportlers nicht standhalten: Er, der in der DDR aufgewachsen war und immerzu gefordert wie gefördert wurde, musste seine Karriere im Jahr 2004 beenden, nachdem sich Symptome einer Burn-out-Erkrankung zeigten. Wie kam es dazu?

Voigt, Elfriede in
»Die Brücke«


Verlag: Eigenverlag, Netzschkau, 2013


Die verschiedenen Erinnerungen der Autorin an ihre Jugend sollten auch in der heutigen Zeit zum Nachdenken anregen. Später Geborene erfahren sehr viel über das Leben der Menschen im Dritten Reich und dem Neuanfang nach 1945. Vieles im Geschichtsunterricht Gelerntes bekommt so eine Untermauerung durch die Zeitzeugin.
Das ist eine wertvolle Bereicherung.

Stein, Ditter:
»Hauptsach gut gessen«


Verlag: Vogtland Anzeiger, 2013
ASIN: B00T3C80AI


Das Buch enthält vielseitige heimatliche Rezepte für fast alle Wochenenden des Jahres. Das ist verbunden mit verschiedensten »Beigaben« philosophischer Natur: Fabeln, Erinnerungen aus dem Leben des Autors oder seine Gedanken zur Gesellschaft.



(Zusammenstellung: Dr. F. Spitzner)



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Zum Thema des Jahres 2015:
Der Zweite Weltkrieg im Spiegel der Vogtlandliteratur

Aus dem Buchbestand im Julius-Mosen-Zimmer in Marieney
(Literaturliste zum Thema: weiter unten)

Zitate über das Kriegsgeschehen aus den nebenstehenden Büchern
(Januar bis Dezember 1945)

Rudolf Laser:
»Schule und Zeitgeschichte Plauen 1935-1943«

Vogtland-Verlag, Plauen-Jößnitz, 2011
ISBN 978-3-928828-49-9


JANUAR:
Plauen, Luftangriff am 16. Januar 1945, Lessingschule

»Das Schulhaus war stehen geblieben, hatte aber sehr, sehr viele Fensterscheiben opfern müssen. Auch ist an den Türen kaum ein Riegelblech an seiner Stelle verblieben. ... An Schulehalten wird in dem Gebäude lange Zeit nicht zu denken sein, da wir auch unseren Kohlevorrat hergeben mussten.«

(S.106f.)


Vogtländisches Seniorenkolleg Reichenbach e.V.:
»Zeitzeugen - Kindheitserlebnisse um 1945«

Schriften des Neuberin-Museums, Bd. 14, Reichenbach, 2006
ISBN 3-932626-14-1


FEBRUAR:
Angriff auf Dresden, 13. Februar 1945

»Es war ein Flammeninferno von bis dahin unbekanntem Ausmaß. ... Die vielen tausend Toten wurden auf riesigen Scheiterhaufen verbrannt, ihre Asche ruht auf dem Dresdener Heidefriedhof.«

Erika Werling: »Luftangriffe auf sächsische Städte« in:
»Zeitzeugen - Kindheitserlebnisse um 1945« (S.23f.)


Gerd Naumann:
»Plauen im Bombenkrieg 1944/1945«

PG-Verlag, Plauen, 2. Auflage 2011


MÄRZ:
Plauen, 5. März 1945

»Unter den derzeitigen Umständen ist natürlich mit Licht und Wasser noch lange nicht zu rechnen. Heute war ich mit Steudel während des Alarms im Syratal zwischen zwei Felsen versteckt, nachdem wir im Brauereikeller wegen Überfüllung nicht mehr hineinkonnten. Ist das eine Hatz! Täglich die Frage: Wo renne ich heute hin?«

(S.126)


Rudolf Laser/Joachim Mensdorf:
»Seventyfive Days Only«

Vogtland-Verlag, Plauen-Jößnitz 2000


APRIL:
Kriegsende in Schöneck

»Am 18. April begannen Tieffliegerangriffe und am Spätnachmittag des 27. April der Artilleriebeschuss. Die US-Artillerie war auf der Arnoldsgrüner Höhe und bei Großfriesen, nahe der Brücke über die Autobahn in Stellung gegangen und schoss sich ein. Obwohl die meisten Einschläge zu kurz lagen, gab es über eine Woche lang Tote, Verletzte und Zerstörungen.«

(S.175)


Siegfried & Paul Walther:
»Leben in dunklen Zeiten 1930-1949«

Verlag Wissenschaftliche Scripten, Auerbach, 2012

 


 

Rudolf Laser/Jörg Helbig: »Zum Luftkriegsgeschehen im Vogtland 1944/45«

Vogtland-Verlag, Plauen-Jößnitz

MAI:
Kapitulation und Resümee

»In Erkenntnis der Ausweglosigkeit weiteren Widerstandes unterschrieb das Oberkommando der Wehrmacht die bedingungslose Kapitulation der deutschen Land-, Luft- und Seestreitkräfte am 7. Mai 1945 vor dem Alliierten Oberkommando in Reims. Einen Tag später, am 8. Mai erfolgte das im Sowjetischen Hauptquartier in Karlshorst bei Berlin. ... Der II. Weltkrieg endete für uns Deutsche mit einer noch gewaltigeren nationalen Katastrophe als der I. Die Zerstörung Deutschlands war ohnegleichen.«

(S.89)


»Im untersuchten Gebiet trafen die ersten gezielten Abwürfe der USAAF am 12.5.1944 Zwickau. Danach folgte am 12.9.44 Plauen, das bis zum 10.4.1945 durch insgesamt 14 Angriffe etwa zu 75 % zerstört wurde. ... Ziele von US-Tagangriffen waren auch Greiz (13.11.44), Reichenbach (21.3.45) sowie Hof (14.2. und 8.4.45).«

(S.13)


Erwin David:
»Wege und Umwege des Erwin D.«

concepcion Seidel, Hammerbrücke, 2007


JUNI:
Entlassung von Kriegsgefangenen

»Dann erschien eines Tages der provisorisch eingesetzte Bürgermeister von Brandenburg am Lagertor, sprach aufgeregt mit sowjetischen Offizieren und bedeutete uns, daß er den Auftrag erhalten habe, jede Woche 1000 Gefangene vom Lager abzuholen und in die Heimatgebiete abzutransportieren. ... Das war in den ersten Junitagen. Von den 16000 Gefangenen wurden in den nächsten Wochen mehr als 15000 entlassen. Zurück blieben ca. 800 Offiziere.«

(S.78)


Walter G. Tümpner:
»Aus der Geschichte der Stadt Plauen«

Verein zur Förderung des Plauener Spitzenmuseums e.V., Plauen 2007


JULI:
Schadensbilanz und -beseitigung

»Anfang Juli 1945 wurden die Einwohner Plauens aufgerufen sich jeweils samstags oder sonntags an den Aufräumungsarbeiten zu beteiligen. ... Den Plauenern stand bevor, rund 2 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt wegzuräumen, über 12000 Bombentrichter zuzuschütten und 67 Kilometer Straßen freizulegen. Außerdem mussten hunderte Bomben, teils noch scharfe Blindgänger, beseitigt werden.«

(S.32)


Erich Burkhardt:
»Mein Leben unter Diktatoren«

Monika Watermann Verlag, Weilheim an der Teck, 1. Auflage 2006


AUGUST:
23. August 1945 - nach Jahren wieder zu Hause

»Raasdorf war abgebrannt. Auch unser Haus war nur noch eine abgebrannte Ruine. In den letzten Kriegstagen war das Dorf Niemandsland. ... Als ich heimkam, wog ich noch 44 kg, zu schwach für jede Arbeit.«

(S.225,227)


Mario Morgner:
»Flucht, Vertreibung, Heimatlosigkeit«

(Flüchtlinge und ihr Neuanfang im Vogtland 1945-1949)
Eigenverlag, Rodewisch 2011
ISBN 978-1-4457-9720-5


SEPTEMBER:
Flüchtlingsaufnahme

»Schon 1945 waren die Verwaltungsorgane der damaligen Sowjetischen Besatzungszone gezwungen, auf den gewaltigen Zustrom an Bevölkerung zu reagieren und Konzepte für deren langfristige Integration zu entwickeln. ... Sachsen erklärte am 30. September 1945 sämtliche dort gemeldeten Bürger zu Sachsen. Damit bestand zum Beispiel ein Anspruch auf Lebensmittelkarten.«

(S.48)


Otto Höchst/ Liesbeth Röder:
»Raum ist in der kleinsten Hütte«

Verlag Wissenschaftliche Skripten
Auerbach 2012


OKTOBER:
Nahrungsbeschaffung

»Lotte (bei Weimar) schreibt: 'In euerem kargen Vogtland werdet ihr wenig zu essen haben. Wir haben auch nicht viel, aber holt euch paar Kartoffeln. Wir werden was zusammenstellen, was euch ein wenig weiterhilft.'
So hatten wir für unsere Hamsterfahrten ein klares Ziel bekommen: Tante Lotte!«

(S.168)


Elfriede Voigt/Wagner:
»Was uns zu Menschen macht«

Druck-Zuck GmbH, Halle/Saale


NOVEMBER:
Trauer

»Da fand ich es, ich hatte gerade noch geschwelgt in einem Hochgefühl, da lag es, rechts am Feldrain, ein Soldatengrab! Neben einem Kartoffelacker stand ein Holzkreuz, darauf hing ein deutscher Stahlhelm, kein Name, kein anderes Zeichen. ... So, unbekannt, im Straßengraben verscharrt, liegen viele, liegt vielleicht auch der Freund, auf den du wartest.«

(S.71)


Siegfried Schönherr:
»Sohl - Ein vogtländisches Dorf«

(Beiträge zur Ortsgeschichte 1933-1949)
Eigenverlag, Dresden 2012,

DEZEMBER:
Schwieriger Beginn des Schulbetriebs

»Die SMAD ordnet an, ab 1.10.1945 den Schulbetrieb wieder aufzunehmen, unter 'völliger Befreiung von nazistischen Ideen'. Zum Jahreswechsel 1945/46 kam es durch ungenügende Brennstoffversorgung zu einer starken Beeinträchtigung des Schulbetriebes. Die Gemeinden wurden aufgefordert, ab 7.1.1946 den geordneten Schulbeginn durch Holz- und Kohleversorgung zu gewährleisten. In Sohl gelang das nur mit Einschränkungen.«

(Band II, S.172)



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Literaturliste zum Thema
(Bestand im Mosenzimmer in Marieney)

Burkhardt, Erich

»Mein Leben unter Diktatoren (Erinnerungen an Jugend, Krieg, Gefangenschaft und das Leben in der DDR)«

Monika Watermann Verlag
Weilheim an der Teck
ISBN 3-00-018115-6

Cziborra, Pascal

»KZ Mehltheuer - Lippenstift statt Lebensmittel
(Außenlager des KZ Flossenbürg)«

Lorbeer Verlag
Bielefeld
ISBN 978-3-938969-17-5

David, Erwin

»Wege und Umwege des Erwin D. -
Ein Schlesier erinnert sich«

concepcion Seidel
Hammerbrücke
ISBN 978-3-933750-94-5

Götz, Alfred

»Gschichten, döi es Lem` gschriebn hout«

Heimat- und Geschichtsverein Erlbach e.V.

Hernla, Werner

»Das Flüchtlings- und Durchgangslager Oelsnitz / Schloß Voigtsberg (1944/45 - 1951)«

Voigstberger Museumsreihe
Band 1

Hernla, Werner

»Ortschronik der Kriegsjahre 1939-1945 für die Stadt Oelsnitz/V., Teil II
(1943-1945) - Tagebuch des Bürgermeisters Otto Risse«

Voigstberger Museumsreihe
Band 4

Hernla, Werner

»Oelsnitz (Vogtland) am Ende des Krieges 1945 -
Fünfzehnjährige als Verteidiger der Stadt«

Voigstberger Museumsreihe
Band 6

Hettrich,
Karl Eberhard

» ... und plötzlich Rentner«

Edition Octopus im Verlagshaus Monsenstein
Münster

Höchst, Otto
Röder, Liesbeth

»Raum ist in der kleinsten Hütte -
Tannenbergsthal Behelfsheim No.3«

Verlag Wissenschaftliche Scripten
Auerbach
ISBN 978-3-942267-46-5

Laser, Rudolf

»Schule und Zeitgeschichte - Plauen 1935-1943«

Vogtland-Verlag
Plauen-Jößnitz
ISBN 978-3-928828-49-9

Laser, Rudolf
Helbig, Jörg

»Zum Luftkriegsgeschehen im Vogtland 1944/45«

Vogtland-Verlag
Plauen-Jößnitz
ISBN 978-3-928828-46-8

Laser, Rudolf
Mensdorf, Joachim

»Seventyfive Days only - 75 Tage US-Besatzung in Plauen
16.April - 30. Juni 1945«

Vogtland-Verlag
Plauen-Jößnitz
ISBN 3-928828-18-5

Miersch, Kerstin

»Mein lieber Freund LOUIS -
Ein Franzose in Schneckenstein«

Engelsdorfer Verlag
Leipzig
ISBN 3-938873-18-3

Morgner, Mario

»Flucht, Vertreibung, Heimatlosigkeit -
Flüchtlinge und ihr Neuanfang im Vogtland 1945-1949«

Eigenverlag
Rodewisch
ISBN 978-1-4457-9720-5

Naumann, Gerd

»Plauen im Bombenkrieg 1944/1945«

PG-Verlag
Plauen OT Kauschwitz

Schaller, Siegfried

»Alles im Leben hat seinen Preis
(Erinnerungen eines Eisenbahners)«

NORA Verlagsgemeinschaft
Berlin
ISBN 978-3-86557-266-0

Schönherr, Siegfried

»Sohl - Ein vogtländisches Dorf (Band II)
Beiträge zur Ortsgeschichte, von 1933 bis 1949«

Eigenverlag
Dresden

Tümpner, Walter G.

»Aus der Geschichte der Stadt Plauen«

Verein zur Förderung des Plauener Spitzenmuseums e.V., Plauen

Vogtländisches Seniorenkolleg Reichenbach e.V.

»Zeitzeugen - Kindheitserlebnisse um 1945«

Schriften des Neuberin-Museums, 14
Reichenbach
ISBN 3-932626-14-1

Voigt, Elfriede

»Was uns zu Menschen macht«

Druck-Zuck GmbH, Halle/Saale
ISBN 978-3-940744-23-4

Walther, Siegfried & Paul

»Leben in dunklen Zeiten 1930-1949«

Verlag Wissenschaftliche Scripten
Auerbach
ISBN 978-3-942267-65-6

(Zusammenstellung: Dr. F. Spitzner)




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Zum Thema des Jahres 2014: »Erinnerungen 25 Jahre nach der Wende«

(Informationen zu den Büchern)



** JANUAR **

Günter Ullmann (Greiz) in
»Die Wiedergeburt der Sterne nach dem Feuerwerk«

»keine lehre kann man ewig lehren und keine lehre ewig verschweigen
alles nimm als gegeben hin und nichts«
(S. 49)


Informationen zum Buch:
gebunden, 208 Seiten
Verlag: Eition Büchergilde (2008)
ISBN: 978-3940111470



Günter Ullmann, der bereits als Schüler malte und dichtete, war seit 1968 den geballten Repressionen der DDR-Diktatur ausgesetzt: Observation, Bespitzelung durch vermeintliche Freunde (Ibrahim Böhme alias IMB Paul Bonkarz bw. IMV August Drempker), Postkontrolle, Publikationsverbot, Zersetzungsmaßnahmen bis hin zur Einweisung in die Psychiatrie, Verhaftungen und Verhöre. In dieser Bedrängnis blieben ihm bald nur noch seine Familie, einige Freunde und die Liebe zur Poesie. Als die Mauer fiel, schrieb er: "Ich weiß nicht, ob ich die DDR länger überstanden hätte." In diesem Satz wird der enorme existentielle Druck deutlich, der auch in seinen Gedichten spürbar ist, die das Leben und die Auseinandersetzung mit der Diktatur widerspiegeln. Selbst Texte, die scheinbar Alltägliches beschreiben, beinhalten stets auch eine politische Aussage: der unbändige Wunsch nach Freiheit und das Aufbegehren gegen staatliche Zwänge und Unterdrückung.



** FEBRUAR **

Mara Nock (Region Falkenstein) in:
»Die Drahtmutter«

»Wenn man das Sein als eine Aufgabe betrachtet, dann vermag man es immer zu ertragen.« (S. 241)


Informationen zum Buch:
broschiert, 416 Seiten
Verlag: buch&media (2. Aufl. 2015)
ISBN: 978-3865203236



Körperliche, verbale und seelische Misshandlungen das ist Jahrzehnte lang das Einzige, was Dike von ihrer Mutter Zenobia erfährt. Doch Dike begehrt nicht auf, zu schwer wiegt die Aussage Zenobias, immer nur das Beste für sie, ein in ihren Augen missratenes, elendes Geschöpf, zu wollen. Erst als ein Mann in ihr Leben tritt, der sich von Zenobia weder vereinnahmen noch instrumentalisieren lässt, scheint sich alles zu ändern. Auch ein Selbstmordversuch der Mutter, der Dike sehr diskreditiert, bringt die Liebenden nicht auseinander. Als Zenobia im Alter auf die Hilfe ihrer Tochter angewiesen scheint, steigert sich ihre Herrschsucht zu blindem Hass. Mit einer irrwitzigen Machenschaft versucht sie, Dike in die Knie zu zwingen.



** MÄRZ **

Manuela Wohlrab (Klingenthal) in:
»Leben in der DDR - (K)ein ganz normales Leben«

»Da damals fast alles Mangelware war, bestellte ich ab und zu etwas mit der Überzeugung, man könnte es sicherlich gut gebrauchen und sei es zum Tauschen.
Das hatte sich inzwischen zum Volkssport entwickelt ...« (S.20f.)


Informationen zum Buch:
Taschenbuch, 220 Seiten
Verlag: Block, H (2007)
ISBN: 978-3934988514



Zum Urlaubsquartier gehörte auch ein Motorboot. In Jörgs Betrieb hatten deswegen schon fast alle Männer einen Bootsschein erworben. Es war von der Größe her ausreichend für vier Personen, und tuckerte nur langsam übers Wasser, trotzdem hatten alle ihre Freude daran. Meistens fuhren die Männer mit den Kindern, während wir Frauen uns lieber in der Sonne aalten. Mal so richtig faulenzen - war das herrlich. Nach einer solchen Bootstour kam Sarah mit Schrammen rechts und links auf der Nase zurück. "Wo hast du denn dein Näschen dazwischengehalten?" Sarah setzte sich wortlos in den Sandkasten, Tobias stürzte mit Schaufel und Eimerchen hinterher. Jörg kam lachend um die Ecke: "Eine Beißzange hat sie in die Nase gebissen!" "Wieso denn das?" "Unten am See baut einer an seinem Boot herum. Wir unterhielten uns, während die beiden Gören das Werkzeug super fanden. Sarah schnappte sich eine Beißzange und schwenkte sie am Griff hin und her, natürlich mit der zwickenden Öffnung nach oben, da biss die Zange zu, genau in die Nase, das Gesicht hättest du sehen sollen, da hat sie große Augen gemacht." Am darauffolgenden Tag entschlossen sich Enrico und Jörg für eine Tour allein, auch die Kinder durften nicht mit. Wir ahnten bereits, warum. Am anderen Ende des Sees befand sich ein Nacktstrand. Da mussten sie natürlich hin, man will ja zu Hause mitreden können. Wir Frauen nahmen es gelassen und grinsten nur, wir wollten unseren Männern die Laune nicht verderben. Die Kinder protestierten, daraufhin begann Tanja vom nahe gelegenen Freizeitpark zu schwärmen, sofort war das Boot vergessen.



** APRIL **

Falkmar Krause (Plauen) in:
»Paradiese und Bäume der Erkenntnis«

»Wer erinnert sich heute noch an Walter Ulbrichts Streben nach dem "Weltniveau"?
Nach dem merkwürdigen Vorhaben, alle anderen im "Pro-Kopf-Verbrauch" zu übertreffen gab es da auch noch das Bestreben, vermeintlich westliche Ausdrücke und Gewohnheiten einzuführen.« (S.127)


Informationen zum Buch:
Taschenbuch, 142 Seiten
Verlag: Vogtland-Vlg (2007)
ISBN: 978-3928828406



 


** MAI **

Manfred Hinrich in: »Scherben 2002 - 2004«

»Demokratie ist der Wein, in dem Wahrheit vermutet wird.« (S.61)


Informationen zum Buch:
Taschenbuch, 220 Seiten
Verlag: Block, H (2007)
ISBN: 978-3934988514


 

** JUNI **

Volker Müller (Greiz) in:
»Tausend und eine Leidenschaft«

»Ja, und als es die ersten Entlassungen gab, was wurde da noch für ein Theater gemacht ...
Da gab es Blumen und eine Abschiedsfeier ... Und jetzt kriegst du einen Brief mit der Post ...
Wir wünschen Ihnen weiterhin persönliches Wohlergehen und viel Freude an Ihrem Beruf ... Schöne Scheiße ...« (S. 251)


Informationen zum Buch:
Taschenbuch, 266 Seiten
Verlag: Ingo Koch Verlag (2004)
ISBN: 978-3937179452



Sein Vater war noch Leibeigener. Er wurde einer der größten Dichter seines Landes: Anton Tschechow. Und auch hundert Jahre nach seinem Tod haben seine Erzählungen und Stücke nichts von ihrer subtilen Kraft eingebüßt. Volker Müller geht auf eine packende Spurensuche. Er erkundet peu á peu noch einmal das dichterische Werk Tschechows, das ihn in seiner Jugend gefangen nahm. Im gleichem Atemzug untersuchte er, wie dieses Werk über die Zeiten fortwirkt, wie es in Biographien eingreift, wie unterschiedlich es ehrlichen Herzens verstanden wird, wie verquer es - oft mit wenig gutem Kalkül - gedeutet wird, wie es Menschen zusammenführen und entzweien kann. Müller schreibt nicht unbedingt als gründlich prüfender und jedes Wort gewissenhaft wägender Slawist, sondern vor allem als zu Übertreibungen, abwegigen Vergleichen und Phantasien neigender Journalist und Feuilletonist.



** JULI **

Margitta Rosenbaum (Grünbach) in:
»Mit meinem Gott springe ich über Mauern«

»Bei meinen Reisen erlebe ich oft, dass sich im Westen der Republik ganz seltsame, oft sehr einseitige Vorstellungen von uns Christen in der DDR festgesetzt haben.«


Informationen zum Buch:
Taschenbuch, 160 Seiten
Verlag: SCM R. Brockhaus (2007)
ISBN: 978-3417249859



Sie bekannten sich zu ihrem Glauben und durften nicht Abitur machen. Sie erlebten Spott und sogar Verfolgung, gleichzeitig aber auch das Wohltuende einer starken Gemeinschaft. Sie entschieden sich, mit ihren Kindern zu Hause zu bleiben, in einem Land, in dem das als exotisch galt. Sie gingen als Missionarinnen nach Afrika und kehrten zurück in ein verändertes Land. Sie trugen dazu bei, dass die Diktatur ein Ende nahm. Sie erlebten, wie die Mauer fiel, und ihr Leben nahm eine Wende. In diesem Buch berichten Christinnen aus der ehemaligen DDR über ihr Leben. Im beharrlichen Festhalten am Glauben, im Vorwärtstreiben der Sache Gottes, im Alltag eines feindlichen Staates, im Weg in die Freiheit und den großen und kleinen Ereignissen danach ist diesen Lebenswegen eines gemeinsam: die Gewissheit, dass Gott aus den verwirrenden Puzzlestücken des Lebens sein großes, schönes Bild baut.



** AUGUST **

Günter Kunzmann (Klingenthal) in:
»Wir waren das Volk«

»... ab dem 11. September hinderten die ungarischen Grenztruppen die DDR-Bürger überhaupt nicht mehr daran, die Grenze nach Österreich zu überschreiten. In den ersten drei Tagen nach dieser Maßnahme gingen 18.000 DDR-Bürger von Ungarn nach Österreich.« (S.36)


Informationen zum Buch:
Gebundene Ausgabe: 191 Seiten
Verlag: HB PRINT (2009)
ASIN: B00F5VYINO



 



** SEPTEMBER **

Arno Hecht (Auerbach) in:
»Enttäuschte Hoffnungen«

»Der vorstehend beschriebene Prozess, gern als Wende bezeichnet, ging nicht spurlos an mir vorüber, obwohl ich in letzter Konsequenz wieder zu mir zurückgefunden habe.« (S.73)


Informationen zum Buch:
Taschenbuch, 260 Seiten
Verlag: Verlag am Park (2008)
ISBN: 978-3897931459



Elf ostdeutsche Wissenschaftler, in der Mehrzahl Mediziner, berichten über ihren Werdegang, über ihre Gefühle, Empfindungen und Hoffnungen, die sie auf den Neuanfang 1989/90 richteten. Ihre Erwartungen erfüllten sich nicht. Als Träger des untergegangenen Systems wurden sie in Mithaftung genommen. Für alles, was man dieser DDR vorhielt. Der politische Kehraus erfolgte flächendeckend. Mag sein, daß es sich bei den enttäuschten Hoffnungen auch um Illusionen handelte, denn eigentlich hätte mancher der Betroffenen es besser wissen können. Nur so läßt sich das eigentlich naive Erstaunen erklären, von dem mancher befallen wurde, als die Welle durchs Land rollte und auch ihn erfaßte. Die hier versammelten Berichte sind exemplarisch nicht nur für die rund 3.000 in Sachsen entlassenen Akademiker. Sie zeigen, auf welche Weise Ostdeutschland zur Region in der Welt mit der höchsten Arbeitslosenquote bei qualifizierten Wissenschaftlern gemacht wurde. Wie sich die BRD in ideologischer Verblendung kurzsichtig um einen wichtigen »Standortfaktor« brachte.



** OKTOBER **

Sven Dietrich (Reichenbach) in:
»Grenzgänger«

»'Philosophie ist ein großes Wort', antwortete Bronstein, 'auch wenn es heute völlig banalisiert wird. Mittlerweile hat jeder Baumarkt eine Philosophie. Einst war Deutschland berühmt für seine Philosophen.« (S.270)


Informationen zum Buch:
Taschenbuch, 367 Seiten
Verlag: Wenz Verlag (2008)
ISBN: 978-3937791333


»Ich habe mich entschieden«, sagte Ralf Bronstein. »Ich will es noch einmal wissen, zehn Jahre lang. Ich habe das Gift dort auf der Lichtung vergraben. [...] In zehn Jahren komme ich wieder hierher. Oder auch nicht. Und bis dahin lassen wir die Sau raus!« Wir schreiben das Jahr 1986, als der knapp 19-jährige Ralf Bronstein nach einer durchzechten Nacht in Karlsbad erwacht, des Daseins überdrüssig und am Ende seines Rebellentums. Doch sein Vorhaben, diesem Leben ein Ende zu setzen, scheitert und er beschließt, der Welt eine letzte Chance zu geben. Im Grenzzug Richtung Zwickau kommt es plötzlich zu einem blutigen Zwischenfall - und Bronstein wird zum Gejagten, fortan auf der Flucht vor den Schatten seiner Vergangenheit. Wie Phönix aus der Asche erhebt er sich in ein Milieu aus Macht und Gier, kalt, undurchschaubar und immer nur ein paar Meter über dem Abgrund. Was wird aus einem, der nichts mehr zu verlieren hat ...? »Grenzgänger« ist ein raffiniert arrangiertes Puzzlespiel, in dem sich nach und nach alle Teile auf überraschende Weise zusammenfügen. Ein Roman, der atemlos macht!


** NOVEMBER **

Elfriede Voigt/Wagner (Netzschkau) in:
»Was uns zu Menschen macht«

»Eins aber bleibt mir, bleibt allen Deutschen meiner Generation. Wir müssen es besser machen und dafür sorgen, dass es die Menschen nach uns besser machen.« (S.127)


Informationen zum Buch:
gebundene Ausgabe
Verlag: Druck-Zuck GmbH, Halle/Saale
ISBN: 978-3940744234



 



** DEZEMBER **

Reglindis Rauca (Plauen) in:
»Vuchelbeerbaamland«

»Meine Hoffnungen und Wünsche für die Zukunft unseres Landes: Für mein Land wünsche ich Weltfrieden. Buchenwald, Dachau und das Warschauer Ghetto, Carl von Ossietzky, Sophie Scholl und die Moorsoldaten sollen nie vergessen werden.« (S.145)


Informationen zum Buch:
Gebundene Ausgabe, 192 Seiten
Verlag: Mitteldeutscher Verlag (2008)
ISBN: 978-3898125420


Irgendwie stimmt es von Anfang an nicht. Marie hat rote Haare und fühlt sich wie ein Hexenkind. Als ebenso widerspenstiger wie unsicherer Wildfang wächst sie im idyllischen Vogtland auf. Stoisch blendet die Mutter alles aus, was über den engsten Familien- und Kirchenkreis hinausgeht, der Vater erzieht die Kinder warmherzig, aber voll unterschwelliger Wut auf 'die Roten'. Man verhält sich unauffällig - Marie jedoch fällt aus dem Rahmen. Bei den Mitschülern unbeliebt und in der eigenen Familie immer wieder aneckend, leuchtet ihr einfach nicht ein, was an der staatlichen Ideologie so schlecht sein soll. Bis ihr Weltbild grundlegend erschüttert wird, als der in Kanada lebende Großvater an die BRD ausgeliefert wird und Marie erfahren muss, dass das einzige Familienmitglied, dem sie sich wirklich verwandt fühlte, ein international gesuchter SS-Verbrecher ist. 'Vuchelbeerbaamland' erzählt auf originelle Weise nicht nur eine Geschichte vom Erwachsenwerden im deutschen Osten, sondern von der überall schwierigen und konfliktreichen Suche nach Orientierung und Identität in der Vielschichtigkeit und Brüchigkeit der Systeme.




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Zur Literatur im Vogtland im Jahr 2013

Im Laufe des Jahres 2013 erschien in lockerer Folge fünf Artikel in der Serie »Vogtlands Bücherpotential«.
Sie wurden verfasst von Dr. Spitzner.

Übersicht der Artikel sowie dazugehörige Autoren bzw. Bücher


1



»Reflexionen über fünf
Jahre Vogtlands Lieblingsbuch (2007 - 2011)«


zum Artikel 1


 



(Informationen dazu sind nachzulesen
auf der Seite »Jährliche Ausstellungen«)







2

»Reminiszenzen an den Frühling«





zum Artikel 2

 

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Buch 2
Buch 2
Buch 3
Buch 3
»Reminiszenzen an den Frühling«



 

3

»Auszeit«




zum Artikel 3

 

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Buch 2
Buch 2
»Auszeit«



4

»Artikel 4«




Artikel 4

 

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buch 3
Buch 3
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5

»Jörg Seidel ... «


Artikel 5

 

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Buch 4
Buch 4
Buch 5
Buch 5
»Jörg Seidel und Bücher über Schach«